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Feierliche Verabschiedung: Jugendliche aus 12 Ländern nahmen am 35. Eurocamp in Nebra teil
Die Teilnehmenden des 35. Eurocamps des Landes Sachsen-Anhalt in Nebra sind am 29. Juli 2026 durch die stellvertretende Ministerpräsidentin Dr. Lydia Hüskens feierlich verabschiedet worden. Unter dem Motto „Talk Deutsch – Think Europe: Eine Sprache, viele Perspektiven“ hatten sich die 21 Jugendlichen aus 16 europäischen Ländern in abwechslungsreichen Formaten unter anderem der Sprachenvielfalt, dem EU-Parlament und dem Thema UN-Nachhaltigkeitsziele gewidmet.
Neben Freizeitaktivitäten wie einer Kanutour halfen die Teilnehmenden aktiv vor Ort bei Arbeitsprojekten auf der Altenburg und einer Alpaka-Farm. Die 18- bis 27-Jährigen waren beispielsweise aus Armenien, Bosnien und Herzegowina, Deutschland, Frankreich, Georgien, Island, Italien, Lettland, Montenegro, Portugal, Spanien und der Tschechischen Republik angereist. Die Partnerregionen Centre-Val de Loire (Frankreich), Masowien (Polen), Valencia (Spanien) und Armenien sowie erstmals die Partnerstadt Sarajevo (Bosnien und Herzegowina) wurden in das EUROCAMP eingebunden.
Das Eurocamp wird jährlich von der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. (AGSA an wechselnden Orten organisiert, um die interkulturelle Verständigung zu fördern. Unterstützt wird das Projekt durch die Staatskanzlei und das Ministerium für Kultur, das Landesjugendamt sowie von Lotto Sachsen-Anhalt. Gastgeber waren diesmal die Stadt Nebra und der Burgenlandkreis. Die Kleinstadt ist international durch den Fund der bronzezeitlichen „Himmelsscheibe von Nebra“ bekannt.
- siehe auch Film- und Textbeitrag des MDR „Im Eurocamp Nebra wird Verständigung gelebt“
Kontakt: https://www.eurocamp-agsa.eu/kontakt
30. Juli 2026
Magdeburger Kampagne „otto ist weltoffen“: Porträts zeichnen das Bild einer von Vielfalt geprägten Stadt
Die diesjährige Stadtmarketing-Kampagne der Landeshauptstadt Magdeburg steht unter dem Motto „otto ist weltoffen“ und ist der Aufgeschlossenheit und Vielfalt gewidmet. Rund 60 Porträts sollen das Bild einer weltoffenen Stadt zeichnen, die von Menschen unterschiedlichster Herkunft und Kulturen geprägt ist.
Vom Sportler, Künstler, Wissenschaftler bis hin zu Wirtschaftsunternehmern kommen Menschen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen zu Wort, heißt es in einer Mitteilung des Stadtmarketing-Vereins Pro Magdeburg. Außerdem sollen alle Geschichten ab 31. August 2026 in einer Ausstellung im Magdeburger Allee-Center sowie in einem Kampagnenbuch und online präsentiert werden.
Die Beiträge erscheinen laufend auch in der Magdeburger Volksstimme als Medienpartner. Vorgestellt wurden dort bislang unter anderem eine Profiboxerin, Gastronomen, Mediziner, Wissenschaftlerinnen, die Vorsitzende und die Geschäftsführerin des Landesverbandes Jüdischer Gemeinden Sachsen-Anhalt sowie der Geschäftsführer der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. (AGSA), Krzysztof Blau.
Er bringt auf den Punkt, was die AGSA seit vielen Jahren erlebt und mitgestaltet. „Magdeburg ist vielfältiger und internationaler geworden. Zu unseren Stärken gehört, dass Menschen hier Raum finden, um anzukommen und mitzuwirken“, sagte er (zum Beitrag). Genau diese Räume brauche eine weltoffene Stadt: Orte der Begegnung, Möglichkeiten zur Beteiligung und Strukturen, in denen Menschen unabhängig von ihrer Herkunft ihre Erfahrungen, Ideen und Fähigkeiten einbringen können.
24. Juli 2026
Anzahl der ausländischen Studierenden in Sachsen-Anhalt hat sich im Wintersemester um 9,4 Prozent erhöht
An den Hochschulen in Sachsen-Anhalt waren im Wintersemester 2025/2026 dem Statistischen Landesamt zufolge 12.109 Studierende mit ausländischer Staatsangehörigkeit immatrikuliert. Dies entspricht einem Zuwachs von 1.038 Personen und damit 9,4 Prozent gegenüber dem Jahr davor.
Insgesamt wurden nach endgültigen Angaben der amtlichen Hochschulstatistik 55.113 Studierende an den Hochschulen verzeichnet (Pressemitteilung). Dies bedeutet einen leichten Rückgang von 56 Studierenden bzw. 0,1 Prozent.
Am deutlichsten wuchs die Studierendenzahl im Landesvergleich an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OGVU) an, nämlich um 516 bzw. 4,1 Prozent auf 13.121 im Wintersemester 2025/2026. Die Studierendenzahlen stiegen am stärksten in der Fächergruppe der Ingenieurwissenschaften (um 6,8 Prozent).
Die Anzahl der Studierenden mit ausländischer Staatsangehörigkeit erhöhte sich in dieser Fächergruppe an der OVGU um 491 bzw. 16,2 Prozent auf 3.514 Studierende. Die meisten ausländischen Studierenden in Magdeburg kamen aus Indien (1.970), Pakistan (309) und der Ukraine (155).
Kontakt: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Besucheranschrift: Merseburger Straße 2, 06110 Halle (Saale)
Frau Richter-Grünewald / Pressesprecherin, Dezernatsleiterin Öffentlichkeitsarbeit, Telefon: +49 345 2318 702, E-Mail: jana.richter-gruenewald@statistik.sachsen-anhalt.de
23. Juli 2026
Zuwanderung und Integration: Abschlussbericht „Sachsen-Anhalt: Vom Transit- zum Bleibeland“ im Kabinett vorgestellt
Bei der Kabinettssitzung der Landesregierung ist kürzlich der Abschlussbericht „Sachsen-Anhalt: Vom Transit- zum Bleibeland“ – Monitoring und Evaluation der Zuwanderungs- und Integrationsprozesse (2023 – 2025) vorgestellt worden.
Der Bericht zeige, dass Sachsen-Anhalt bei der Integration von Menschen mit Migrationsgeschichte in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte erzielt hat, heißt es in der Pressemitteilung des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung. Auch wenn Sachsen-Anhalt mit einem Migrationsanteil von 11,2 Prozent im bundesweiten Vergleich (30,4 Prozent) ein vergleichsweise migrationsarmes Land sei, biete Zuwanderung eine enorme Chance, die es aus demographischen wie wirtschaftlichen Gründen zu nutzen gelte.
Menschen mit Migrationsgeschichte seien deutlich jünger als die Bevölkerung ohne Migrationsgeschichte und würden damit zur demografischen Stabilisierung und zur Fachkräftesicherung des Landes beitragen. Der Anteil der über 65-Jährigen liege bei Zugewanderten bei 8,9 Prozent. Demgegenüber stünden knapp 30 Prozent in der Bevölkerung ohne Migrationsgeschichte.
Dies schlage sich zunehmend in der Arbeitsmarktstatistik nieder: Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten ausländischen Arbeitskräfte ist den Angaben zufolge von 62.860 im Jahr 2024 auf 71.822 im November 2025 gestiegen. Dass im laufenden Ausbildungsjahr unter den insgesamt 35.602 Auszubildenden bereits 3.935 ausländische Jugendliche sind, zeige das große Fachkräftepotenzial unter Zugewanderten, wurde betont. „Aus Zugewanderten und Geflüchteten werden Kolleginnen und Kollegen. Migrantinnen und Migranten leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung und Fachkräftesicherung in Sachsen-Anhalt“, sagte Ministerin Petra Grimm-Benne.
Zur Frage der Attraktivität Sachsen-Anhalts für Geflüchtete hätten Menschen mit Migrationsgeschichte das Integrationsklima in Sachsen-Anhalt zunehmend positiver bewertet. Jedoch sei zugleich bei der Bevölkerung ohne Migrationsgeschichte ein deutlicher Rückgang der Akzeptanz gesellschaftlicher Vielfalt festzustellen.
„Vorurteile weichen, wenn sich Menschen als Menschen begegnen und miteinander statt übereinander sprechen. Persönliche Kontakte, insbesondere am Arbeitsplatz und in Bildungseinrichtungen, leisten einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts“, sagte Ministerin Grimm-Benne mit Blick auf die Daten des Berichts.
Auch wenn die Wanderungsabsichten der in Sachsen-Anhalt lebenden Zugewanderten in andere Bundesländer mit 17,6 Prozent über dem Bundesdurchschnitt von 12,5 Prozent liegen, möchten dennoch rund zwei Drittel dauerhaft in Sachsen-Anhalt bleiben, hieß es weiter. Dies zeige, dass weiterhin ein erhebliches Potenzial besteht, Menschen langfristig an Sachsen-Anhalt zu binden. Zugleich mache der Bericht deutlich, dass Diskriminierungs- und Rassismuserfahrungen sowie eine als unzureichend empfundene Willkommenskultur dazu führen, dass Menschen wieder abwandern wollen.
Der rund 300 Seiten umfassende Abschlussbericht enthält neben Statistiken und Grafiken unter anderem auch aufschlussreiche Ergebnisse einer Umfrage unter Migranten mit Originaltönen.
8. Juli 2026
Rückblick: LAMSA feiert 18. Geburtstag mit Sommerfest im Vielfaltszentrum
Das Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA) e. V. feierte sein 18-jähriges Bestehen mit rund 150 Gästen. Die Jubiläumsfeier fand auf dem Hof des Vielfaltszentrums in der Hallenser Forsterstraße statt. Das Zentrum, das vor zwei Jahren eröffnet wurde, dient dem Verein als Sitz sowie als Raum für Seminare und Werkstätten. Der gelungene Umbau des ehemaligen Garagenhofs stieß bei den Anwesenden auf großen Respekt.
Unter den Gästen befanden sich auch Akteure der ersten Stunde wie Karamba Diaby, Moussa Dansokho, Amidou Traore und Abdoul Coulibaly. Die Landes-Integrationsbeauftragte Susi Möbbeck würdigte ihr Engagement in ihrer Festrede nachdrücklich.
Die statistische Entwicklung verdeutlicht diesen Wandel: Bei der Gründung der LAMSA lag der Anteil der Menschen mit ausländischem Pass im Land bei 1,9 Prozent – heute beträgt er 9 Prozent. Die Zahl der ausländischen, sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stieg auf gut 70.000. Dies entspricht einem Anstieg um fast 300 Prozent in den vergangenen zehn Jahren. Seit der letzten Landtagswahl wurden über 10.000 Menschen eingebürgert, die nun erstmals ihr Wahlrecht wahrnehmen und zu Multiplikatoren der Demokratie werden können.
Anerkennung der Landesregierung und Staffelstabwechsel
Wertschätzende Grußbotschaften der Landesregierung überbrachten Jürgen Böhm, Staatssekretär im Bildungsministerium, und Minister Armin Willingmann. Beide drückten ihre Anerkennung für die geleistete Aufbauarbeit und das große Engagement des Ende des Jahres scheidenden Geschäftsführers Mamad Mohamad aus. Seine Nachfolgerin Undra Dressler, die das Amt bereits am 1. Juni angetreten hat, übernahm im Rahmen der Feier vor allen Gästen offiziell den Staffelstab.
In den vergangenen 18 Jahren hat sich LAMSA zu einem der größten migrantischen Netzwerke in Ostdeutschland entwickelt. Heute vertritt der Verein über 120 Migrantenorganisationen und engagiert sich landesweit für Teilhabe, Bildung, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Undra Dreßler war bereits in den vergangenen Jahren maßgeblich an der strategischen und organisatorischen Weiterentwicklung des Netzwerks beteiligt. Als neue Geschäftsführerin möchte sie „die erfolgreiche Arbeit des Vereins mit viel Herz fortsetzen und auch neue Impulse setzen“.
Ausgelassene Feststimmung
Begleitet von lateinamerikanischer Livemusik der Hallenser Band „SaaleCumbia“ setzte sich das ausgelassene Fest fort. Ein wunderbares Buffet, spielerische Programmpunkte wie ein „Garagenquiz“ und das sommerliche Wetter rundeten die Jubiläumsfeier ab.
24. Juni 2026
Sachsen-Anhalts Integrationspreis verliehen: Landesregierung würdigt Engagement von Initiativen, Projekten und Ehrenamtlichen
Sechs Initiativen und Projekte aus Magdeburg, Bad Schmiedeberg, Zeitz, Halle, Stendal und Dessau-Roßlau haben in diesem Jahr einen der jeweils mit bis zu 1.000 Euro dotierten Integrationspreise des Landes Sachsen-Anhalt erhalten. Zudem wurde ein Sonderpreis für langfristiges Engagement verliehen.
Die Ehrungen in drei Kategorien überreichten am 17. Juni 2026 im Gesellschaftshaus Magdeburg Ministerin Petra Grimm-Benne, die Staatssekretärin und Landesintegrationsbeauftragte Susi Möbbeck und die Landesgleichstellungsbeauftragte Sarah Schulze. Darüber hinaus wurden 30 Ehrenamtliche für ihren persönlichen Einsatz für Integration und ein gutes Zusammenleben in Vielfalt geehrt. Eine Fachjury hat die Preisträgerinnen und Preisträger aus 71 eingereichten Vorschlägen ausgewählt. Es war bereits die 16. Preisverleihung.
Ministerin Petra Grimm-Benne: „Zwischen dem Arendsee und Zeitz engagieren sich viele tausend Menschen für eine solidarische Gesellschaft, in der Zugewanderte willkommen sind. Viele der Geehrten, die selbst erst vor einigen Jahren nach Sachsen-Anhalt gekommen sind, übernehmen jetzt Verantwortung und bauen gemeinsam an der Zukunft unseres Landes.“
Staatssekretärin Susi Möbbeck betonte: „Sachsen-Anhalt ist wie kaum ein anderes Bundesland auf internationale Zuwanderung angewiesen. Diese lebendige Vielfalt braucht Sichtbarkeit. Mit dem Integrationspreis rückt das Land das Engagement gegen Rassismus und für Menschlichkeit ins Scheinwerferlicht.“
Die Pressemitteilung mit der Liste aller Preisträger 2026 und den ausgezeichneten Ehrenamtlichen sowie Fotos finden Sie hier.
Auf dieser Unterseite des Integrationsportals befindet sich eine weitere Bilderstrecke.
Kontakt: Pressestelle des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Turmschanzenstraße 25, 39114 Magdeburg, Telefon: +49 391 567-4608, -4612, E-Mail: MS-Presse@ms.sachsen-anhalt.de
17. Juni 2026
Undra Dreßler ist neue Geschäftsführerin des Landesnetzwerks der Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt
Beim Landesnetzwerks der Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA) findet ein geplanter Generationswechsel statt: Zum 1. Juni 2026 hat Undra Dreßler die Geschäftsführung des Vereins übernommen. Mamad Mohamad, der LAMSA seit der Gründung im Jahr 2008 in dieser Funktion geprägt hat, begleitet laut einer Mitteilung die Übergangsphase bis Ende 2026 und beendet seine Tätigkeit im Anschluss.
Die Entscheidung für den Wechsel sei bereits vor längerer Zeit getroffen worden und stehe unabhängig von Mamad Mohamads Kandidatur für den Landtag von Sachsen-Anhalt, erklärte LAMSA (Pressemitteilung). Als Ziel wurde genannt, „die Verantwortung nach fast zwei Jahrzehnten in neue Hände zu legen und einen geordneten Übergang zu gestalten“.
In den vergangenen 18 Jahren habe sich LAMSA zu einem der größten migrantischen Netzwerke in Ostdeutschland entwickelt. Heute vertrete der Verein mehr als 120 Migrantenorganisationen und engagiere sich landesweit für Teilhabe, Bildung, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt. „Undra Dreßler war bereits in den vergangenen Jahren maßgeblich an der strategischen und organisatorischen Weiterentwicklung von LAMSA beteiligt“, hieß es weiter.
Kontakt: siehe Mitteilung
17. Juni 2026
„Themenstraße Weltoffenes Sachsen-Anhalt“ hat beim Sachsen-Anhalt-Tag in Bernburg Raum für Begegnung geschaffen
Vom 5. bis 7. Juni 2026 fand der 24. Sachsen-Anhalt-Tag in Bernburg statt. Unter dem Motto „Wo Sachsen-Anhalt trifft“ präsentierten sich hunderte Organisationen. Einen Schwerpunkt bildete die traditionsreiche Themenstraße „Weltoffenes Sachsen-Anhalt“ mit neuer Ausrichtung und erstmals koordiniert durch die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. (AGSA).
Mehr als 20 Organisationen schufen im Rahmen der Themenstraße einen Raum für Begegnung, Austausch und Anerkennung (ausführlicher Bericht). Sie zeigten die Vielfalt des Landes und die Bedeutung von Weltoffenheit für das Bundesland. Begleitet wurde die Themenstraße von einem abwechslungsreichen Programm auf der Bühne und vielen Aktionen.
Die Themenstraße wurde zu einem lebendigen Ort der Begegnung, des Austauschs und der gelebten Vielfalt. Koordiniert wurde die Themenstraße durch die AGSA. Als Dachverband von internationalen Vereinen, Eine-Welt-Akteuren und europa- sowie demokratiefördernden Vereinen versteht sich die AGSA als Brückenbauerin für ein demokratisches, vielfältiges und solidarisches Sachsen-Anhalt.
Dieses Selbstverständnis spiegelte sich auch in der Themenstraße wider: Sie brachte unterschiedliche Perspektiven zusammen, machte Engagement sichtbar und eröffnete Räume für Begegnung, Dialog und gesellschaftliche Teilhabe. Die Vielfalt der Themenstraße zeigte sich besonders in der Zusammensetzung der beteiligten Akteure.
Damit wurde die Themenstraße nicht nur zu einem Ort der Präsentation, sondern zu einem gemeinsamen Raum, in dem unterschiedliche Perspektiven zusammenkamen und miteinander ins Gespräch gebracht wurden. Die beteiligten Akteure machten sichtbar, wie breit zivilgesellschaftliches Engagement in Sachsen-Anhalt aufgestellt ist und wie viele Menschen und Organisationen täglich daran arbeiten, Demokratie, Teilhabe und Vielfalt im Land zu stärken.
Das Bühnenprogramm ergänzte die Angebote der Stände um ein vielseitiges kulturelles Programm. Moderiert wurde es von Amidou Traore und Maria Busse, die durch die Programmpunkte führten, Akteure vorstellten und immer wieder Verbindungen zwischen den Beiträgen und dem Anliegen der Themenstraße herstellten.
Insgesamt zeigte das Programm der Themenstraße, wie vielfältig zivilgesellschaftliches Engagement in Sachsen-Anhalt ist, hieß es weiter. Als Fazit wurde unter anderem festgestellt, dass die Themenstraße „Weltoffenes Sachsen-Anhalt“ gezeigt habe, wie stark die demokratische und vielfältige Zivilgesellschaft im Land ist. Die Themenstraße sei ein Ort gewesen, an dem Menschen nicht nur informiert wurden, sondern miteinander in Kontakt kamen.
Gerade in Zeiten, in denen das Subsidiaritätsprinzip als grundlegende Säule des Sozialstaates und damit die Förderung von Vielfalt, Menschenwürde und demokratischer Kultur in Frage gestellt und angegriffen werden, seien solche Räume wichtig. Diese zeigen, dass ein weltoffenes Sachsen-Anhalt keine Selbstverständlichkeit sei, es werde von vielen engagierten Menschen, Organisationen und Netzwerken täglich gestaltet.
Finanziell unterstützt wurde die Themenstraße durch das Land Sachsen-Anhalt im Rahmen des Landesprogramms „#Wir sind das Land – Demokratie. Vielfalt. Weltoffenheit.“ sowie durch Sachsen-Anhalt INTEGRATION.
– hier finden Sie einen Gesamtrückblick zum Sachsen-Anhalt-Tag (Staatskanzlei/Stadt Bernburg)
16. Juni 2026
„Tag der Erinnerung“: Gedenkveranstaltung 26 Jahre nach dem Mord an Alberto Adriano in Dessau
Am 11. Juni 2000 wurde Alberto Adriano in Dessau brutal von Neonazis angegriffen, wenige Tage später erlag er den Folgen seiner schweren Verletzungen. An der Erinnerungsstele im Stadtpark haben seiner 26 Jahre später rund 60 Personen gedacht.
May Minhel, die in Dessau geboren wurde, sprach von einer „Enge in der Brust und der trügerischen Ruhe“ an der Gedenkstele – dem Ort, an dem Alberto Adriano vor 26 Jahren von Neonazis ermordet wurde (Bericht der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V./AGSA). Einen poetischen Impuls zur Erinnerungskultur mit Bezügen zum kolonialen Erbe brachte Stefanie-Lahya Aukongo ein, begleitet von einem dynamischen „Call and Respond“ mit dem Publikum: „Wer erinnert sich? Wir erinnern uns.“ Für die musikalische Begleitung der Beiträge und der anschließenden Blumenniederlegung sorgte die Leipziger Gruppe Senegambia mit Trommeln und der Kora.
Ein Höhepunkt des Gedenkens war der anschließende Besuch der Neuen Synagoge Dessau gemeinsam mit angehenden Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern der Alice Salomon Hochschule Berlin. Durch das 2023 eröffnete, neu erbaute jüdische Gotteshaus, führte Aron Russ, Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde zu Dessau.
Zu den Mitwirkenden der Gedenkveranstaltung gehörten die AGSA, der Landesverband Jüdischer Gemeinden und die Jüdische Gemeinde Dessau. Gefördert wurde der „Tag der Erinnerung“ 2026 von der Amadeu Antonio Stiftung sowie mit finanzieller Unterstützung durch das Land Sachsen-Anhalt und die Stadt Magdeburg im Rahmen des AGSA-Projektes „Interkultur 2026“.
Am Tatort wurde 2002 die Gedenkstele mit der Aufschrift „Alberto Adriano – Opfer rechter Gewalt – 11. Juni 2000“ errichtet. Sein Tod steht als Mahnmal für die tödlichen Konsequenzen von Rassismus und Menschenverachtung.
• Broschüre „Warum Adriano? Der Mord an Alberto Adriano und migrantische Erinnerungsarbeit in Dessau 2000-2020“
15. Juni 2026
Ein weiteres Beispiel gelungener Integration: Mit Unterstützung und Entschlossenheit zu eigenem Friseursalon in Magdeburg
Zunächst sprach sie kein einziges Wort Deutsch – nun, zehn Jahre nach Ihrer Ankunft in Deutschland, ist Mehret Goytom Negash Inhaberin eines Friseursalons in Magdeburg. Eine Reportage des MDR beleuchtet dieses Beispiel gelungener Integration.
Während Angela Merkels Satz „Wir schaffen das“ bis heute für Kontroversen sorge, zeige die Geschichte von Mehret Goytom Negash, die 2016 nach Deutschland kam, dass Mut und Ausdauer ein neues Leben ermöglichen können, heißt es in dem Bericht des Mitteldeutschen Rundfunks weiter (Text online; außerdem Filmbeitrag, 3:39 min).
Mehret Goytom Negash führt seit Januar dieses Jahres mitten in Magdeburg-Stadtfeld einen Friseursalon. Dabei hatte für sie erst vor zehn Jahren eine lebensgefährliche Reise nach Europa begonnen. Eher zufällig sei 2016 ein Kontakt im Friseurmuseum in Magdeburg zustande gekommen. Eine frühere Friseurausbilderin habe Mehret dort sofort mitarbeiten lassen. Schon bald wurde sie dem Bericht zufolge in „Almasijas Friseursalon“ in Magdeburg-Stadtfeld fachlich ausgebildet, Kundinnen brachten ihr Deutsch, Schwimmen und Fahrradfahren bei.
Laut MDR-Artikel sei es „der Beginn einer bemerkenswerten Erfolgsgeschichte“ gewesen. Mehret habe schnell Deutsch und das Friseurhandwerk gelernt und die Ausbildung mit einem Gesellenbrief abgeschlossen. Dabei habe es auch Tiefpunkte gegeben. „Ich habe viel Geduld gebraucht – und die Menschen hier mit mir. Aber ich wollte immer nach oben, nie nach unten“, zitiert der MDR die Protagonistin. Ende 2025 habe nun Almasija Heße ihren Friseursalon nach 30 Jahren an Mehret übergeben. Seit dem 1. Januar führt sie den Salon selbst.
Mehret Goytom Negash sei ein beeindruckendes Beispiel für Entschlossenheit und Durchhaltevermögen, wie in dem MDR-Beitrag betont wird. Nur mit einer Sache hat die junge Inhaberin bis heute ihre Schwierigkeiten: mit der Bürokratie. Für alles brauche man eine E-Mail, einen Ausdruck, einen Beleg. Aber auch das schaffe sie.
18. Mai 2026
Zehn Jahre IKOE-Ideenwerkstatt der AGSA: Jubiläum eines bewährten Formats im Kloster Drübeck
Am 23. und 24. April 2026 kamen im Kloster Drübeck bei Ilsenburg Vertretungen der Landkreise und kreisfreien Städte Sachsen-Anhalts zur 15. IKOE-Ideenwerkstatt der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e. V. (AGSA) zusammen. Die diesjährige Ausgabe stand im Zeichen eines besonderen Jubiläums: Seit nunmehr zehn Jahren bietet die Ideenwerkstatt einen verlässlichen Rahmen für fachlichen Austausch, kollegiale Beratung und gemeinsame Weiterentwicklung in der Integrationsarbeit.
Die IKOE-Ideenwerkstatt ist seit 2016 ein etabliertes Format für die Koordinierungsstellen für Integration und Migration der Landkreise und kreisfreien Städte in Sachsen-Anhalt. Im Mittelpunkt stehen fachlicher Wissenstransfer, Vernetzung und der Austausch zu aktuellen Herausforderungen der Integrationsarbeit.
Zum Auftakt tauchten die Teilnehmenden bei einer „Reise in die Vergangenheit“ anhand von Fotos und Anekdoten in Erinnerungen an die vergangenen Werkstätten ein. Angesichts des anhaltenden Bedarfs an Fachwissen und Vernetzung wurde klar, dass die Veranstaltungsreihe aufgrund ihrer Kontinuität sowie fachlichen wie auch strukturellen Verankerung unersetzlich ist.
Auch die 15. Ausgabe griff aktuelle Fragestellungen auf. Neben kommunenübergreifenden Arbeitstischen und fachlichen Impulsen zu Resilienz in der Integrationsarbeit standen insbesondere Beiträge zur Arbeitsmarktintegration in Sachsen-Anhalt im Fokus.
Hierzu gab es Konsultationen und Informationsaustausche mit Vertreter*innen des WelcomeCenter Sachsen-Anhalt, des IQ Netzwerks Sachsen-Anhalt, der KoBa des Landkreises Harz sowie des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt.
Bis zum Ende der Veranstaltung plädierten die kommunalen Koordinatoren nachdrücklich für eine kontinuierliche Fortsetzung des gemeinsamen Formats IKOE-Ideenwerkstatt als zentralen Ort für Austausch, Reflexion und Zusammenarbeit in der Integrationsarbeit in Sachsen-Anhalt.
Das IKOE-Projekt der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e. V. agiert bis Juni 2026 in der vierten Förderphase als landesweite Fachstelle für interkulturelle Öffnung. Gefördert durch den AMIF und das Land Sachsen-Anhalt, begleitet das interdisziplinäre Team Verwaltungen und Bildungsträger dabei, Hürden aus dem Weg zu räumen und eine Servicekultur zu etablieren, die jedem Menschen – unabhängig von seiner Herkunft, seinem Alter und anderen Vielfaltsmerkmalen – auf Augenhöhe begegnet.
– Den ausführlichen Originalbeitrag finden Sie hier.
29. April 2026
Anzahl der Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit 2025 in Sachsen-Anhalt um 1,6 Prozent gestiegen
Die Anzahl der Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit in Sachsen-Anhalt hat laut einer aktuellen Auswertung des Ausländerzentralregisters Ende 2025 mit 192.155 einen neuen Höchststand erreicht. Dies entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Anstieg um 3.055 Personen bzw. einem Plus von 1,6 Prozent.
Die größten absoluten Zuwächse im Jahr 2025 wurden bei Personen mit ukrainischer (2.785), indischer (895), vietnamesischer (335), marokkanischer (270) und albanischer (190) Staatsangehörigkeit verzeichnet, wie das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt ausführte (Pressemitteilung mit Grafik).
Innerhalb der vergangenen zehn Jahre hat sich die Zahl der Ausländerinnen und Ausländer damit um 109.104 Personen erhöht. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 lebten noch 83.051 ausländische Personen in Sachsen-Anhalt. Die größten absoluten Zuwächse entfielen laut Mitteilung auf Staatsangehörige aus der Ukraine (+35.932), Syrien (+15.461), Rumänien (+7.466), Afghanistan (+6.998) und Polen (+6.867).
Ende 2025 bildeten Ukrainerinnen und Ukrainer mit 38.950 Personen die größte Nationalitätengruppe in Sachsen-Anhalt, gefolgt von Personen mit syrischem Pass (29.165). Ebenfalls in den „Top 10“ vertreten sind Staatsangehörige aus Polen (14.415), Rumänien (11.305), Afghanistan (9.240), Indien (7.680), der Türkei (6.120), Vietnam (5.200), der Russischen Föderation (4.770) und Bulgarien (4.720).
Beim Geschlechterverhältnis zeigten sich laut Landesamt deutliche Unterschiede zwischen den Nationalitäten. Während bei Personen aus der Russischen Föderation (58,0 Prozent) und der Ukraine (56,4 Prozent) die Frauen überwogen, stammten aus Indien (67,3 Prozent) und Afghanistan (65,7 Prozent) deutlich mehr Männer als Frauen. Insgesamt lag der Frauenanteil unter der ausländischen Bevölkerung bei 44,5 Prozent.
Kontakt: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Öffentlichkeitsarbeit, Merseburger Straße 2, 06110 Halle (Saale), Telefon: +49 345 2318 702, E-Mail: jana.richter-gruenewald@statistik.sachsen-anhalt.de
22. April 2026
Gute Integration und Mosaikstein gegen Fachkräftemangel: Mit viel Engagement zum Arbeitsvertrag im Traumberuf
Ein junger Mann aus Afghanistan hat es mit großer Unterstützung zu einem Schulabschluss, einem Gesellenbrief und einer Arbeitsstelle in Teutschenthal bei Halle geschafft. Die „Mitteldeutsche Zeitung“ (MZ) beschreibt in einem Bericht ein Beispiel gelungener Integration.
Es seien alle überglücklich: Nicole Urbich, Geschäftsführerin der BBH Baumaschinen- und Baubedarfshandels GmbH aus Teutschenthal bei Halle (Landkreis Saalekreis), Ausbilder Devid Hahn und Abdullah Momeni, der ganz frisch seinen Gesellenbrief in der Tasche hat. Der 29-Jährige aus Afghanistan habe lange vergeblich nach einer Ausbildungsstelle gesucht und nun seinen Traumjob gefunden, heißt es in einem Beitrag der MZ (Bezahlschranke; online vom 10. März 2026, Druckausgabe Seite 15 am 12. März).
Zunächst habe niemand dem jungen Afghanen eine Ausbildungsstelle anbieten können, weil er keinen Schulabschluss hatte und schon damals durch Prüfungen für einen Hauptschulabschluss gefallen war. In seiner Heimat habe er nur drei Jahre Schulausbildung gehabt.
„Ich habe an einer Abendschule dann den Hauptschul- und den Realschulabschluss nachholen können“, zitiert die MZ Abdullah Momeni. Im Jahr 2021 suchte der Teutschenthaler Baumaschinenverleih BBH einen Auszubildenden. Das Unternehmen habe ihn bei einer Ausbildungsmesse kennengelernt. Geschäftsführerin Urbich sei von Anfang an von ihm überzeugt gewesen. Es habe rund zehn Bewerber gegeben, aber Abdullah sei der einzige gewesen, der Fragen gestellt habe und zudem das beste Zeugnis mit einer Zwei in Mathe vorweisen konnte.
Den Ausbildungsvertrag zum Land- und Baumaschinen-Mechatroniker – genau das, was er wollte, nämlich einen handwerklichen Beruf – hatte Abdullah Momeni laut Bericht noch 2021 in der Tasche. „Er war immer motiviert“, sagt sein Ausbilder. Das Praktische habe er schnell und leicht gelernt, aber das Schulische sei ihm schwergefallen. Doch mit viel Nachhilfe, vor allem auch bei Fachbegriffen und in der Ausdrucksfähigkeit, habe ihm das ganze 23-köpfige Team bei BBH zur Seite gestanden.
„Wir sind froh, dass Abdullah auch bei uns in der Firma bleiben wollte“, äußerte Nicole Urbich in dem Artikel. Eine Festanstellung für den jungen Familienvater sei selbstverständlich gewesen. Es wäre für das Unternehmen wäre es auch schwer gewesen, angesichts des Fachkräftemangels einen Fachmann in diesem Bereich zu finden. Der Fachkräftemangel beschäftige das Unternehmen auch in einem anderen Bereich: Ein Elektriker für den Kranbereich werde dringend gesucht. Es sei fast unmöglich, jemanden zu finden. Deswegen sei man bei BBH umso erfreuter über die Erfolgsgeschichte von Abdullah Momeni.
12. März 2026
