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Zuwanderung und Integration: Abschlussbericht „Sachsen-Anhalt: Vom Transit- zum Bleibeland“ im Kabinett vorgestellt

Bei der Kabinettssitzung der Landesregierung ist kürzlich der Abschlussbericht „Sachsen-Anhalt: Vom Transit- zum Bleibeland“ – Monitoring und Evaluation der Zuwanderungs- und Integrationsprozesse (2023 – 2025) vorgestellt worden.

Der Bericht zeige, dass Sachsen-Anhalt bei der Integration von Menschen mit Migrationsgeschichte in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte erzielt hat, heißt es in der Pressemitteilung des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung. Auch wenn Sachsen-Anhalt mit einem Migrationsanteil von 11,2 Prozent im bundesweiten Vergleich (30,4 Prozent) ein vergleichsweise migrationsarmes Land sei, biete Zuwanderung eine enorme Chance, die es aus demographischen wie wirtschaftlichen Gründen zu nutzen gelte. 

Menschen mit Migrationsgeschichte seien deutlich jünger als die Bevölkerung ohne Migrationsgeschichte und würden damit zur demografischen Stabilisierung und zur Fachkräftesicherung des Landes beitragen. Der Anteil der über 65-Jährigen liege bei Zugewanderten bei 8,9 Prozent. Demgegenüber stünden knapp 30 Prozent in der Bevölkerung ohne Migrationsgeschichte. 

Dies schlage sich zunehmend in der Arbeitsmarktstatistik nieder: Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten ausländischen Arbeitskräfte ist den Angaben zufolge von 62.860 im Jahr 2024 auf 71.822 im November 2025 gestiegen. Dass im laufenden Ausbildungsjahr unter den insgesamt 35.602 Auszubildenden bereits 3.935 ausländische Jugendliche sind, zeige das große Fachkräftepotenzial unter Zugewanderten, wurde betont. „Aus Zugewanderten und Geflüchteten werden Kolleginnen und Kollegen. Migrantinnen und Migranten leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung und Fachkräftesicherung in Sachsen-Anhalt“, sagte Ministerin Petra Grimm-Benne. 

Zur Frage der Attraktivität Sachsen-Anhalts für Geflüchtete hätten Menschen mit Migrationsgeschichte das Integrationsklima in Sachsen-Anhalt zunehmend positiver bewertet. Jedoch sei zugleich bei der Bevölkerung ohne Migrationsgeschichte ein deutlicher Rückgang der Akzeptanz gesellschaftlicher Vielfalt festzustellen. 

„Vorurteile weichen, wenn sich Menschen als Menschen begegnen und miteinander statt übereinander sprechen. Persönliche Kontakte, insbesondere am Arbeitsplatz und in Bildungseinrichtungen, leisten einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts“, sagte Ministerin Grimm-Benne mit Blick auf die Daten des Berichts. 

Auch wenn die Wanderungsabsichten der in Sachsen-Anhalt lebenden Zugewanderten in andere Bundesländer mit 17,6 Prozent über dem Bundesdurchschnitt von 12,5 Prozent liegen, möchten dennoch rund zwei Drittel dauerhaft in Sachsen-Anhalt bleiben, hieß es weiter. Dies zeige, dass weiterhin ein erhebliches Potenzial besteht, Menschen langfristig an Sachsen-Anhalt zu binden. Zugleich mache der Bericht deutlich, dass Diskriminierungs- und Rassismuserfahrungen sowie eine als unzureichend empfundene Willkommenskultur dazu führen, dass Menschen wieder abwandern wollen.  

Der rund 300 Seiten umfassende Abschlussbericht enthält neben Statistiken und Grafiken unter anderem auch aufschlussreiche Ergebnisse einer Umfrage unter Migranten mit Originaltönen.