„Für ein demografisch besonders betroffenes Bundesland wie Sachsen-Anhalt bieten ausländische Arbeits- und Fachkräfte die Chance, wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben und unsere Daseinsvorsorge sicherzustellen“, heißt es in dem Beschluss (siehe Pressemitteilung, mit Link zum vollständigen Beschluss). Um diese Potentiale zu erschließen, brauche es eine Migrations- und Integrationspolitik, die bürokratische Hürden abbaut, notwendige Ressourcen bereitstellt und dazu beiträgt, Sachsen-Anhalt sowohl für Zuwanderungsinteressierte als auch für bereits im Land lebende Zugewanderte und Geflüchtete als attraktiven Lebens- und Arbeitsort zu gestalten.“
Die Zahl der Ausländerinnen und Ausländer in Sachsen-Anhalt lag der Mitteilung zufolge Ende 2025 bei 192.155 Personen. Besonders sichtbar werde der Zuwachs am Arbeitsmarkt, hieß es weiter. Im Januar 2026 seien rund 70.000 Ausländerinnen und Ausländer sozialversicherungspflichtig beschäftigt gewesen. Das entspreche rund neun Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Sachsen-Anhalt. Auch bei wichtigen Zuwanderungsgruppen setze sich die positive Entwicklung fort: Im Juli 2026 seien rund 8.000 Ukrainerinnen und Ukrainer sowie 12.800 Menschen aus den acht Asylherkunftsländern sozialversicherungspflichtig beschäftigt gewesen.
„Immer mehr Zugewanderte und Geflüchtete sehen in Sachsen-Anhalt ihre neue Heimat, in der sie Wurzeln schlagen wollen. Eine im Alltag gelebte Willkommenskultur und gesellschaftliche Offenheit sind entscheidend, um Fachkräfte und ihre Familien langfristig an unser Land zu binden. Ein Klima der Ausgrenzung hemmt hingegen die Entwicklung Sachsen-Anhalts vom Transit- zum Bleibeland. Unser Land muss weltoffen bleiben, sonst machen ausländische Fachkräfte einen großen Bogen um Sachsen-Anhalt. Ein Land, das die Zugbrücke hochzieht, verliert die Menschen, auf die es angewiesen ist“, erklärte Ministerin Petra Grimm-Benne.
Wie wichtig diese gesellschaftlichen Rahmenbedingungen seien, würden aktuelle Befunde zeigen: Mehr als 80 Prozent der Personen mit starken Benachteiligungserfahrungen hätten konkrete Abwanderungsabsichten geäußert. Damit werde deutlich, dass gute Bildungs- und Beschäftigungsperspektiven allein nicht ausreichen. Entscheidend seien ebenso gesellschaftliche Akzeptanz und verlässliche Rahmenbedingungen.
Für die kommende Legislaturperiode hat der Beirat als strategische Schwerpunkte unter anderem empfohlen, Willkommenskultur, Engagement und Antidiskriminierung zu stärken, den Zugang zur frühkindlichen Bildung und sprachlicher Bildung zu verbessern sowie die Schulabschlussquote zu erhöhen, Berufsausbildung als Schlüssel für gute Arbeit und gleichberechtigte Teilhabe zu stärken und Integration noch stärker als gemeinsame Querschnittsaufgabe zu verstehen; dazu gehöre, kommunale Integrations- und Beteiligungsstrukturen langfristig zu unterstützen sowie Integration gesetzlich zu verankern und für eine Verlässlichkeit der Strukturen ein Integrationsgesetz für Sachsen-Anhalt auf den Weg zu bringen.
Kontakt: Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Pressestelle, Turmschanzenstraße 25, 39114 Magdeburg, Telefon: +49 391 567-4608, E-Mail: ms-presse@ms.sachsen-anhalt.de
