Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Lesung aus dem gleichnamigen Buch des Journalisten und Autors Sascha Lübbe. In seinen Recherchen zeigt er auf, dass prekäre Arbeits- und Lebensbedingungen von Arbeitsmigrantinnen in vielen Fällen keine Einzelfälle sind, sondern auf strukturelle Ursachen zurückgehen. Thematisiert wurden unter anderem falsche Versprechen bei der Anwerbung, Verstöße gegen arbeitsrechtliche Vorgaben, Unterbezahlung sowie fehlende soziale Absicherung.
Ein besonderer Fokus lag auf der Situation von EU-Bürgerinnen aus Osteuropa, darunter viele aus Rumänien, die im Niedriglohnsektor tätig sind und häufig am Ende komplexer Subunternehmerstrukturen stehen.
In der anschließenden Podiumsdiskussion wurden die strukturellen Rahmenbedingungen von Arbeitsmigration vertieft diskutiert. Deutlich wurde, dass die enge Verknüpfung von Arbeitsverhältnis, Wohnsituation und Aufenthaltsstatus die Meldung von Arbeitsrechtsverstößen erheblich erschwert. Zugleich wurde auf Defizite bei Kontrolle, Durchsetzung und Monitoring bestehender Arbeitnehmerrechte hingewiesen.
Die Diskussion machte zudem die wichtige Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure sichtbar. Thematisiert wurde, dass migrantische Communities zunehmend digitale Kommunikationswege nutzen, um Informationen über Arbeitsbedingungen auszutauschen und vor problematischen Beschäftigungsverhältnissen zu warnen. Daraus ergibt sich ein wachsender Bedarf an gut erreichbaren Beratungs- und Unterstützungsstrukturen sowie an verlässlicher, mehrsprachiger Information.
Diese Fragestellungen sind auch Gegenstand der Arbeit der AGSA. Die AGSA hat im Januar 2026 die Koordinierungsstelle des EUMIGRA-Netzwerkes gestartet, die sich schwerpunktmäßig mit den Anliegen von Unionsbürgerinnen und Unionsbürgern in Sachsen-Anhalt befasst. Im Rahmen des Netzwerkes können mehrsprachige Informationen über die Website www.eumigra.de abgerufen sowie Beratungsthemen initiiert werden.





